Leise Begegnungen – große Wirkung
Die „Alltagsmenschen” ziehen viele Besuchende in ihren Bann
Nach langer Reise und noch längerer Vorfreude sind die ersten „Alltagsmenschen“ der Künstlerin Laura Lechner aus Witten nun Mitte Mai diesen Jahres in der Fachklinik Bad Bentheim angekommen.
Und mit „Vorfreude“ ist wirklich Vorfreude gemeint: Nach vielen Anläufen – zuletzt vor über einem Jahr haben wir uns entschieden, Alltagsmenschen bei uns aufzunehmen und sie nach vielen Gesprächen und Treffen mit der Künstlerin bestellt – seitdem wurde gewartet, gehofft und immer mal wieder gefragt: „Wann kommen sie denn endlich?“ Nun sind die ersten endlich eingezogen und haben offenbar beschlossen zu bleiben.
Die „Alltagsmenschen“ sind alles andere als gewöhnliche Figuren. Sie erzählen kleine Geschichten ohne Worte, bringen Menschen zum Schmunzeln und schaffen es erstaunlich gut, mitten im Alltag plötzlich Aufmerksamkeit und Leichtigkeit entstehen zu lassen.
Die Entscheidung der Fachklinik Bad Bentheim, die „Alltagsmenschen“ der Künstlerinnen Christel Lechner und Laura Lechner für unseren Kurpark käuflich zu erwerben, ist in mehrfacher Hinsicht ein deutlicher Gewinn – sowohl für die Klinik selbst als auch für Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher sowie die gesamte Region Bad Bentheim.
Zunächst liegt ein wesentlicher Mehrwert in der besonderen künstlerischen Qualität und Zugänglichkeit der Skulpturen. Die „Alltagsmenschen“ zeigen alltägliche Szenen und Figuren aus dem Leben – Menschen beim Gespräch, beim Sitzen, beim Entspannen oder in scheinbar banalen Momenten. Gerade diese Nähe zum Gewöhnlichen macht die Kunst niedrigschwellig und unmittelbar verständlich.
In einem Umfeld wie einer Fachklinik, in dem viele Menschen sich in gesundheitlichen oder psychisch belastenden Lebenssituationen befinden, wirkt diese Form der Kunst entlastend und beruhigend. Sie setzt keinen kunsthistorischen Bildungsgrad voraus, sondern spricht emotional und intuitiv an.
Ein weiterer bedeutender Aspekt ist die therapeutische Wirkung des Kurparks als Gesamtraum. Der Aufenthalt im Grünen ist längst als unterstützender Faktor in der Rehabilitation und Genesung anerkannt. Durch die Integration der Skulpturen entsteht jedoch eine zusätzliche Ebene: Der Spaziergang wird zu einer Art „belebtem Kunsterlebnis“. Die Figuren überraschen, regen zum Schmunzeln an oder laden zur Reflexion ein. Dadurch werden Bewegung und Wahrnehmung gefördert – beides zentrale Elemente in der gesundheitlichen Erholung. Die Kunst wird so nicht nur betrachtet, sondern aktiv erlebt und in den Alltag der Genesung eingebunden.
Darüber hinaus stärken die „Alltagsmenschen“ die Identität und Aufenthaltsqualität der gesamten Anlage. Ein Kurpark lebt nicht nur von seiner Bepflanzung oder Wegeführung, sondern auch von charakteristischen Besonderheiten, die ihn unverwechselbar machen. Die Skulpturen schaffen genau diesen Wiedererkennungswert. Sie setzen markante Akzente, die den Ort aufwerten und ihm eine eigene Handschrift verleihen. Besucherinnen und Besucher erinnern sich an solche Eindrücke besonders nachhaltig, was wiederum die Attraktivität der Klinik als Rehabilitations- und Gesundheitsstandort erhöht.
Nicht zu unterschätzen ist auch die soziale Komponente. Die Figuren wirken oft wie stille Beobachter des Alltags und erzeugen dadurch eine subtile Verbindung zwischen Menschen im Park. Sie können Gesprächsanlässe schaffen, Hemmschwellen abbauen und Begegnungen fördern. Gerade in einem Umfeld, in dem viele Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen zusammentreffen, entsteht so eine sanfte Form der Gemeinschaftsbildung.
Schließlich hat die Anschaffung auch eine kulturelle und wirtschaftliche Dimension. Werke von Christel und Laura Lechner genießen überregionale Bekanntheit. Dadurch wird der Kurpark auch für kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher attraktiver, was den sanften Tourismus in Bad Bentheim zusätzlich stärken kann. Die Verbindung von Gesundheitsstandort und zeitgenössischer Kunst schafft ein Profil, das über den reinen Klinikbetrieb hinausweist.
Insgesamt ist der Erwerb der „Alltagsmenschen“ daher weit mehr als eine ästhetische Entscheidung. Er verbindet Kunst, Therapie, Natur und soziale Interaktion zu einem stimmigen Gesamtkonzept, das den Kurpark nachhaltig aufwertet, seinen Nutzen für alle Beteiligten deutlich erweitert und zudem den Gesellschaftszweck der Fachklinik Bad Bentheim – die „Förderung von Kunst und Kultur“ – erfüllt.
Anfang September werden noch weitere acht „Alltagsmenschen“ ihren Platz in und um unsere Klinik einnehmen.
Doch nicht nur bei uns ziehen die charmanten Figuren ein: Auch in der Innenstadt von Bad Bentheim, an der Freilichtbühne und am Badepark werden schon bald weitere „Alltagsmenschen“ zu entdecken sein. Und wer weiß, vielleicht fühlen sich noch weitere Unternehmen inspiriert, Alltagsmenschen auch bei sich aufzunehmen.
Möglicherweise bemerken auch Sie demnächst jemanden, der völlig entspannt auf einer Bank sitzt, verträumt in die Gegend schaut oder einfach ganz gelassen den Trubel beobachtet – gänzlich regungslos, aber dennoch voller magischer Energie.
Es lohnt sich also, in nächster Zeit mit besonders offenen Augen in Bad Bentheim und der Fachklinik unterwegs zu sein.
Weiteren Informationen unter: www.fk-bentheim.de/das-sind-wir/alltagsmenschen.
