Gedenken an die Reichspogromnacht und jüdisches Leben in der Grafschaft

Am 9. November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich jüdische Geschäfte, Synagogen und Einrichtungen verwüstet und in Brand gesetzt. Auch die jüdische Gemeinde in Bad Bentheim war betroffen: Die Synagoge in der Wilhelmstraße wurde in der Reichspogromnacht verwüstet und geplündert.

Zum Gedenken an die Opfer findet am 9. November von 18 bis 18.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung an der Synagogenstiege statt. Eine örtliche Pastorin oder ein örtlicher Pastor hält eine kurze Ansprache. Spenden werden für einen gemeinnützigen Zweck gesammelt.

Im Anschluss, gegen 19 Uhr, lädt Gislinde Holke im Treff 10 zu einem Vortrag über das jüdische Leben in der Grafschaft Bentheim ein.

„Abgemeldet am 11. Dezember 1941 in die Ostgebiete“, so zynisch dokumentierten die Nationalsozialisten vor über 80 Jahren die Deportation der Juden aus der Grafschaft Bentheim in das Ghetto von Riga. Von diesem Tag an ist das jüdische Leben in der Grafschaft ausgelöscht.

Im Mittelpunkt des Vortrages stehen jüdische Familien aus Bentheim, Schüttorf und Gildehaus. Ihre Lebensgeschichten sollen sichtbar machen, welches Leid die Menschen während der NS-Zeit erfahren mussten – von Entrechtung und Vertreibung bis hin zu Deportation und Ermordung. Zugleich erinnert der Vortrag an jene wenigen, die den Holocaust überlebten und zurückkehrten.