Otto-Pankok-Museum
Otto-Pankok-Museum
Otto-Pankok-Museum

Frühjahrsausstellung „Glück und Leben“ im Otto-Pankok-Museum

In diesem Frühjahr zeigt das Otto-Pankok-Museum bewusst nur Skizzen, also flüchtige Notate und erste Bildentwürfe, von Meisterzeichnerinnen und Meisterzeichnern. Unter dem Titel „Glück und Leben – Skizzen wunderbarer Momente“ versammelt das Museum so unterschiedliche Künstler wie Max Pechstein (1881 – 1955), dem Mitglied der Künstlervereinigung „Die Brücke“, dem Impressionisten Max Liebermann (1847 – 1935) und Otto Pankok. Dazu kommen viele weitere Künstler vom 18. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Gegenüberstellung von Max Pechstein und Max Liebermann: Max Pechstein veröffentliche 1919 – also genau vor 100 Jahren – bei Paul Cassierer Reisebilder aus Italien und der Südsee als „Federzeichnungen auf Stein“. Die Lithographieskizzen entstanden nach Reisetagebüchern von Max Pechstein und seiner Frau in den Jahren 1911 – 1915. Sie bereisten die Gegend zwischen Genua und La Spezia, besonders den Ort Monterosso al Mare, Teil der Cinque Terre in Ligurien. Bewusst als Gegenentwurf zur unruhigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gedacht, entwirft Max Pechstein damit die Utopie einer besseren Welt. Max Liebermann dagegen setzt auf seine Sicht des Menschen als aktiver Müßiggänger. Strandszenen und Freizeitbeschäftigungen wechseln einander ab.

Otto Pankok und seine letzte Schülerin Ingrid Moll-Horstmann entdecken zudem die kleinen und großen Wunder des Alltags. So hatte Otto Pankok die Angewohnheit, beim Fernsehen schnelle Porträskizzen vom und vor dem Bildschirm anzufertigen. Moll-Horstmann wiederum macht auch abstrakte farbige Notate von Reiseindrücken. Und schließlich die Künstlerin Dora Regmann (1921- 2018), eine Frau der „vergessenen Generation“. Also der Künstlergeneration, die der Zweite Weltkrieg aus ihrer Bahn der künstlerischen Entwicklung geworfen hat und sie so der Chance enthob, für ihre Kunst einen Markt zu erobern. Ihre Anfänge hatte sie bei der UFA als Designerin und Filmausstatterin, nach dem Krieg ließen die Verhältnisse bei der Defa (Nachfolgerin der UFA in der Ostzone) eine Weiterentwicklung nicht zu.

Alle verbindet Leichtigkeit und die Freude an Spontanität und dem Wagnis, mit dem Stift just diesen Moment zu verewigen. Damit inspirieren diese Werke die Besucher auf ganz eigene Art. Das scheinbar Unfertige wirkt im Betrachter lange nach und nimmt einen mit in die entdeckten wunderbaren Momente.


Das Museum ist immer mittwochs von 15 Uhr bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.