Die Kuhlkerls
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Die Kuhlkerls

Die Kuhlkerls

Die Kuhlkerls und ihre harte Arbeit in den Sandsteinbrüchen

Beim Anblick der mächtigen Felswand im ehemaligen Steinbruch „Schlüters Kuhle“ bekommt man eine Vorstellung von der schweren Arbeit, die die Männer beim Abbau des Bentheimer Sandsteins in früheren Zeiten zu leisten hatten.
Die Steinbrüche in Gildehaus und Bentheim wurden ortsüblich als Kuhlen bezeichnet. So hießen die Arbeiter in den Kuhlen allgemein „Kuhlkerls“. Als Stein- hauer hatten sie die Aufgabe, große Sandsteinbänke aus dem Felsen zu lösen und die Rohblöcke auf das erforderliche Maß zu schlagen. Sie fertigten auch einfache Werkstücke an, wie z. B. Mauer- und Flursteine. Sie bossierten die Steine, die die Steinmetze dann weiter bearbeiteten. Zudem gab es noch viele andere Arbeiten im Steinbruch zu tun, so z. B. Geröll und Abraum beiseite schaffen oder Steine verladen. Im Sommer arbeiteten die Kuhlkerls täglich 11 – 13 Stunden im Steinbruch. Sie leisteten körperliche Schwerstarbeit mit einem hohen Gesundheitsrisiko. Es gab nur einfache Maschinen, wie z. B. Seilwinden und Hebewerkzeuge. Als Transportmittel dienten Fuhrwerke oder später Loren.
Sehr oft kam es zu Unfällen; die Arbeiter erlitten Quetschungen, Knochenbrüche, Augenverletzungen. Der schlimmste Feind ihrer Gesundheit war der feine Quarzsandsteinstaub, der beim Bearbeiten des Bentheimer Sandsteins frei gesetzt wird. Durch das ständige Einatmen des Steinstaubs wird die Lunge zerstört. Viele Arbeiter in den Steinbrüchen wurden nicht älter als 36 Jahre. Sie starben an der Steinstaublunge (Silikose), ortsüblich als „Kuhlpiep“ bezeichnet. Silikose ist eine gefährliche Berufskrankheit, gegen die es früher fast keinen Gesundheitsschutz gab. Die Kuhlkerls trugen Holzschuhe, einfaches Arbeitszeug, einen Hut oder eine Mütze. Berufskleidung zum Schutze der Gesundheit fehlte. Bis gegen Ende des 19. Jahrhundert waren Steingrubenarbeiter und ihre Familien sozial kaum abgesichert. Durch Unfälle im Steinbruch, durch Krankheit und frühen Tod gerieten sie in Armut und Elend.
Die Stadt Bad Bentheim hat den Kuhlkerls ein Denkmal gesetzt. Die lebensgroße Bronzeskulptur, die der Oldenzaaler Künstler Bernd Seiger geschaffen hat, wurde vor 25 Jahren in der Stadtmitte (Am Herrenberg) aufgestellt.

Die Stadt Bad Bentheim hat den Kuhlkerls ein Denkmal gesetzt. Die lebensgroße Bronzeskulptur, die der Oldenzaaler Künstler Bernd Selge geschaffen hat, wurde vor 20 Jahren in der Stadtmitte (Am Herrenberg) aufgestellt.